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Wer druckt denn einen Hocker?

Wer druckt denn einen Hocker?

Der 3D_One Hocker von #wagnerdesignlab

Das lag bisher außerhalb jeglicher Vorstellungskraft: Steh- und Sitzhocker, die von einem 3D-Drucker gefertigt werden – und das in Serie. FACTS hatte drei Versionen des vom Designer Thorsten Franck entwickelten Wagner 3D_One im Test.
Bewegungshocker sind ein perfektes Tool, um während des Sitzens im Büro oder zuhause öfter die Körperhaltung zu wechseln. Sie lassen sich im besten Fall in alle Richtungen frei bewegen und fördern das „Aufrechthalten“ des Sitzenden, was sowohl die Bandscheiben als auch die Wirbelsäule entlastet. Viele Hersteller haben daher einen solchen Hocker im Produktportfolio, denn er eignet sich prima für das Arbeiten an höhenverstellbaren Schreibtischen oder sogar als Stehhilfe in der Produktion, im Labor oder im Haushalt.

FACTS hatte in den vergangenen Jahren schon einige Steh-/Sitzhilfen der unterschiedlichsten Hersteller im Test – allerdings noch keine wie den 3D_One aus dem #wagnerdesignlab. Das Besondere am Stuhl ist nicht nur, dass der Hocker gesunde Möglichkeiten des Sitzens bietet, sondern auch die Art und Weise der Herstellung und die daraus folgende Umweltverträglichkeit.

... und wie geht das?

Begonnen haben die Entwicklungen bereits Mitte 2019, als Peter Wagner mit einem kleinen 3D-Drucker ins Marketing kam und die Idee hatte, damit einen Stuhl zu drucken. Heute fertigt das Unternehmen den 3D_One in Serie mit elf professionellen FDM-Druckern. (FDM = Fused Deposition Modeling Technologie) FDM-Drucker verarbeiten auf eine Spule gewickelte Kunststofffäden, indem diese durch ein Hotend geschmolzen und schichtweise auf eine Druckplattform gedruckt werden. Aufgrund ihrer guten Material-Kompatibilität und der benutzerfreundlichen Anwendung zählen FDM-Drucker zu den beliebtesten 3D-Druckern auf dem Markt.

„Wir verwenden hochwertiges und belastbares Bio-Filament (kein Standard PLA) von Greentec, das biologisch abbaubar, lebensmittelecht, geruchsfrei und zu 100 Prozent aus erneuerbaren Rohstoffen, wie beispielsweise Zuckerrüben und Mais hergestellt ist. Dieses Material ist besonders nachhaltig, weil auf Erdöl und Erdgas komplett verzichtet wird“, sagt Peter Wagner, Inhaber bei wagner design gmbh. Die Herstellungsverfahren sind an keine teuren Werkzeuge oder hohe Mindestabnahmen gebunden. Der Aufbau des 3D-Druckers ist recht einfach. Er besteht aus einer Bauplattform, einem Extruder, dem Antrieb und einer beheizten Düse, mit der die einzelnen Kunststoffschichten aufeinander aufgetragen werden.

Die im Konstruktionsprogramm enthaltenen 3D- Daten wandelt eine Software in für den Drucker verständliche Daten um und der Druckvorgang kann Schicht für Schicht starten. Für die höchste Version (760 Millimeter) des 3D_One benötigt der Drucker rund 24 Stunden. Wagnerdesignlab arbeitet derzeit daran, diese Zeiten immer weiter zu verkürzen. Wagner setzt 3D-Drucker übrigens nicht nur zur Erstellung des 3D-One ein, sondern verwendet sie auch für den Bau von Prototypen und realisiert hierdurch erhebliche Einsparungen.

Training für die Muskeln

Der Korpus des Wagner 3D_One wird in Serie von einem 3D-Drucker in einem Stück aus biologischem Kunststoff gedruckt (siehe Kasten). Von unten bekommt der Korpus eine ERP-Sohle und von oben eine EPP-Sitzgrundfläche (mit einem 30 Millimeter Sitzpolster und einer durchlüfteten Oberfläche aus einem 3-D-Netz) aufgesteckt. In die Sohle haben die Wagner-Ingenieure ein Gewicht verbaut, welches das Pendelverhalten des 3D_One beeinflusst. Im Test wurden leichte Bewegungen immer wieder durch das Gewicht ausgeglichen und der Stuhl pendelte in die Ausgangsstellung zurück. Die konvexe Wölbung der Sohle verschafft dem Sitzenden ein sehr gutes Sitzgefühl und die entsprechende Dynamik beim Sitzen. Die aufrechte Sitzposition, die dabei eingenommen wird, trainiert die Rückenmuskulatur.
Aufgrund der gedruckten Wabenstruktur bekommt der extrem leichte, jedoch nahezu unkaputtbare Hocker eine äußerst hohe Steifigkeit, die ihn sehr belastbar macht. Im Test zeigte der 3D_One auch bei Personen mit einem Gewicht von über 110 Kilogramm keinerlei Anzeichen von Schwäche.

Besonders gefallen hat der FACTS-Redaktion das Design der neuen 3D-Hocker, die aufgrund der Konstruktion nicht höhenverstellbar sind, jedoch für verschiedene Tätigkeiten in den Höhen 510, 660 und 760 Millimeter angeboten werden. Zudem sind Korpus und Sitzoberfläche in verschiedenen Farben und Materialien wie Stoff, Leder und einer Outdoor-ERP-Oberfläche erhältlich. Ein lösbarer Fadenzug ermöglicht sogar ein problemloses Auswechseln des Sitzoberflächenbezugs.

Klaus Leifeld
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Der 3D-One sieht nicht nur gut aus, sondern es lässt sich auch wirklich gut darauf sitzen. Die Sitzflächen lassen sich schnell und einfach austauschen. In der Sockelplatte wurde ein Gewicht verbaut, damit sich der Hocker beim Pendeln immer wieder in die Ausgangsposition bewegt und nicht kippt.

FAZIT: TESTURTEIL

3D_One

Das war für FACTS mal was ganz Neues. Ein Stuhl, der von einem Drucker erschaffen wird. Der 3D_One aus dem #wagnerdesignlab sorgt für Bewegung am Arbeitsplatz. Er ist aus nachhaltigem, biologischem Kunststoff gebaut und erhält durch die besondere Wabenstruktur des Korpus eine enorm hohe Stabilität. Das Design, für das sich Thorsten Franck verantwortet, macht den Hocker zu einem „Will-ich-haben-Objekt“. Auf eine Höhenverstellbarkeit muss der Anwender allerdings verzichten. Wagner bietet den 3D_One in drei verschiedenen Höhen an.
Produnkt:  3D_One
Beschreibung:  Steh- und Sitzhocker
Anbieter:  #wagnerdesignlab
Preis: ab 300 Euro exkl. MwSt.
Kontakt:  pb.com/de
Image
Beurteilung
Ergonomie:
Design:
Nachhaltigkeit:
Verarbeitung:
Gesamtergebnis:
Sehr gut