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Künstliche Intelligenz: Frühwarnsystem für die Wirtschaft entsteht

Künstliche Intelligenz für bessere Krisenresilienz

Frühwarnsystem für die Wirtschaft entsteht

Mit Hilfe semantischer Datentechnologien und Künstlicher Intelligenz (KI) wird jetzt im Rahmen eines Forschungsprojekts ein Wirtschafts-Krisenwarnsystem aufgebaut. Es soll Unternehmen in kürzester Zeit vor Krisen warnen und Handlungsempfehlungen geben.

Unternehmen werden rechtzeitig gewarnt, bevor sie wirtschaftlich Schiffbruch erleiden. Und auch die Politik bekommt frühzeitig Warnmeldungen auf den Tisch, wenn ökonomische Krisen drohen. Ein Wunschtraum? Keineswegs. Mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz soll in den kommenden drei Jahren ein solches Warnsystem auf den Weg gebracht werden.

„Cognitive Economy Intelligence Plattform für die Resilienz wirtschaftlicher Ökosysteme“, kurz CoyPu, heißt das Forschungsprojekt, das ein solches Frühwarnsystem zum Ziel hat. Verschiedene Projektpartner aus Forschung und Industrie setzen hierbei auf moderne semantischer Datentechnologien und hybrider Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Warnsystem soll in Echtzeit Anzeichen für eine anstehende Krise erkennen und umgehend Hinweise geben.

Auch die Genossenschaft des steuerberatenden Berufsstandes DATEV eG ist Teil der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Initiative. Sie ist nah dran an der deutschen Wirtschaft und kümmert sich in einem Teilprojekt darum, dass Unternehmensdaten und Kontextinformationen der Betriebe in das System einfließen und ausgewertet werden können.

Dazu ermittelt das DATEV-Team zunächst, wie sich öffentlich zugängliche Daten – etwa zu Insolvenzen, Wertschöpfungsketten, Demographie und aus News-Beiträgen – unter Wahrung datenschutzrechtlicher Standards mit Beiträgen der Projektpartner sowie betriebswirtschaftlichen Informationen aufbereiten, beschreiben, vorverarbeiten und miteinander kombinieren lassen. Darauf aufbauend erforscht das Projektkonsortium KI-Analysemechanismen und entwickelt Benutzerschnittstellen, über die Betroffene in Krisensituationen entweder direkt oder auch indirekt durch die Politik oder ihre Steuerberatung unterstützt werden können. Um die Entwicklung nah an den Anwenderinnen und Anwendern zu halten, sind über die DITAX AG zudem mehrere Steuerkanzleien in das Projekt eingebunden.

Das Teilprojekt der DATEV ist sozusagen als Puzzlestück in einem übergreifenden System zu verstehen. Entwickelt werden soll ein Gesamtsystem, das Krisen und ihre Auswirkungen für Wirtschaft und Politik frühzeitig erkennt und Handlungsempfehlungen zu ihrer bestmöglichen Bewältigung ableitet. Als Basis dafür bauen die CoyPu-Partner eine KI-basierte Plattform auf, die die Integration, Strukturierung, Vernetzung, Analyse und Bewertung der Daten bewerkstelligt, die ihr aus diversen wirtschaftlichen Wertschöpfungsnetzen und gesellschaftlichem Kontext zugeführt werden. Daraus wird sie automatisiert wichtige, aktuelle Erkenntnisse über wirtschaftliche Fakten, Trends, Wirkungszusammenhänge sowie Prognosen für verschiedene Regionen, Branchen und Unternehmensgrößen sowie auf gesamtwirtschaftlicher Ebene ableiten.

Auf dieser Datenbasis soll das System Unternehmen, Steuerberatungskanzleien, Institutionen der öffentlichen Verwaltung, Politik und Verbände sowie die Forschungsgemeinschaft bei jeder Form von Krise unterstützen, die massive Auswirkungen für Domänen, Branchen oder sogar Volkswirtschaften haben kann. Einzelne Unternehmen soll es darüber hinaus auch frühzeitig warnen, wenn sich bei ihnen aus individuellen Konstellationen heraus eine Krise abzeichnet.

Das CoyPu-Projekt ist im Rahmen des Innovationswettbewerbs „Künstliche Intelligenz als Treiber für volkswirtschaftlich relevante Ökosysteme“ entstanden und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit zehn Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind neben der DATEV weitere namhafte Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter Infineon, Siemens, das Institut für Angewandte Informatik e.V. und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V.